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  • Melina Musch

Regionalität, Saisonalität und Nachhaltigkeit – 5 Gründe, warum regionale Produkte wichtig sind

Aktualisiert: 17. Aug.

Bewusst, regional und nachhaltig einkaufen? Legst du mittlerweile auch Wert auf all diese Faktoren? Laut dem BMEL-Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wird Regionalität immer wichtiger. Über 80 % der Befragten achten darauf. ihre Lebensmittel regional zu beziehen.


Besonders in der heutigen Zeit gewinnt das Thema Regionalität eine immer stärker wachsende Bedeutung. Dies verstärkt auch die momentane Situation. Allein im Mai dieses Jahres wurden Waren im Wert von über 126 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Diese Zahl könnte deutlich verringert werden. Du könntest bei deinem nächsten Wocheneinkauf verstärkt darauf achten, woher deine Lebensmittel stammen. Eventuell könnten nach Deutschland importierte Waren durch deutsche Produkte ersetzt werden.


Regionalität und Saisonalität: Die perfekte Kombi!

Heutzutage ist es uns möglich, so gut wie jedes Produkt in unseren Supermärkten zu kaufen. Die einzelnen Märkte sind voller Lebensmittel aus alles Welt. Zu jeder Jahreszeit sind Bananen, Erdbeeren oder Avocados u.v.m. erhältlich. Viele Menschen richten ihr Kaufverhalten nach ihren persönlichen Präferenzen aus und kaufen einfach das, was sie gerade gerne essen wollen. Daher ist einigen gar nicht bewusst, wann welches Lebensmittel gerade Saison hat. Neben Regionalität spielt nämlich auch Saisonalität in Bezug auf nachhaltiges Einkaufen eine enorm große Rolle.


Daher ist es definitiv sinnvoll, auf die Saison von heimischen Obst- und Gemüsesorten zu warten. Für Anfänger kann es hier vorteilhaft sein, ihre Einkäufe in Hofläden von lokalen Bauern zu tätigen. Diese bieten nämlich meist nur das an, was aktuell Saison hat. Natürlich hat nicht jeder die notwendigen finanziellen Mittel, um seinen Einkauf im Bioladen zu machen. Jedoch können saisonale Produkte auch deutlich billiger sein. Häufig sind Produkte, die erst vor kurzem vor Ort geerntet wurden um einiges kostensparender. Hier macht es beispielsweise Sinn, regionalen Blumenkohl oder Zucchini in der Saison zu kaufen und nicht die importierte Ware ein paar Wochen später.


Du kannst selbstverständlich auch in herkömmlichen Supermärkten regionale und saisonale Lebensmittel kaufen. In diesem Fall musst du einfach nur achtsamer sein. Hierfür solltest du selbstverständlich wissen, welches Lebensmittel zu welcher Jahreszeit seine Saison hat. Daher haben wir dir einen kleinen Spickzettel zusammengestellt, der dir hoffentlich hilft.


Hast du ein saisonales Produkt gefunden, solltest du darauf achten, aus welchem Land bzw. aus welcher Region das Lebensmittel stammt. Bestenfalls aus Deutschland, im Idealfall aus einer Region in deiner Nähe.





Exotische Früchte ergänzen die Ernährung

Natürlich musst du dich nicht vollkommen einschränken und nie wieder Bananen kaufen. Aus ernährungstechnischer Sicht machen exotische Früchte durchaus auch Sinn. Besonders in den Wintermonaten, wenn in Deutschland nicht so viel geerntet werden kann, ist dies sinnvoll. Hier solltest du aber darauf achten, die Produkte vermehrt dann zu kaufen, wenn sie in ihren Herkunftsländern Saison haben. Des Weiteren ist es hier auch ein Unterschied, ob du Produkte aus Südeuropa kaufst oder aus anderen Kontinenten wie z. B. Südamerika oder Asien.



Vorteile regionaler Produkte


1. Die Region wird durch Regionalität gestärkt

In den Hochphasen der Corona-Pandemie hast du sicherlich auch öfters den Spruch „support your locals“ gehört. Dies lässt sich ebenfalls auf den Kauf von regionalen Lebensmitteln übertragen. Viele kleinere, regionale Betriebe können mittlerweile kaum noch überleben. Ihre Konkurrenz sind riesige Konzerne, die ihre Produkte billiger anbieten und ihr Produktsortiment mit Lebensmitteln aus der ganzen Welt ausschmücken. Dies führt dazu, dass lokale Betriebe schließen müssen und Mitarbeiter ihren Job verlieren. Aus genau diesem Grund ist es essenziell, dass die kleinen Betriebe unterstützt werden. Schließlich schaffen diese Betriebe Arbeitsplätze in unserer Region und tragen somit einen wichtigen Teil zu unserer Gesellschaft bei. Auch von ihren Einnahmen profitiert die Region wieder, da diese auch direkt vor Ort versteuert werden.



2. Die Umwelt wird entlastet

  • CO2-Einsparpotenzial

Das weltweite Warenangebot ist für dich im ersten Augenblick eventuell ein Vorteil. Jedoch birgt dieser Luxus große Gefahren. Ständiges konsumieren von Früchten und Gemüse aus anderen Kontinenten, fördert die kilometerlangen Transportwege. Dies verursacht extrem hohe CO2-Emissionen. Es schadet also nicht nur den ortsansässigen Unternehmen, sondern auch der Umwelt. Unnötige Transportkosten sowie der Ausstoß von CO2 stehen hier leider an der Tagesordnung. Wusstest du, dass der Transport per Flugzeug ca. 11.000 Gramm CO2 pro Kilo verursacht? Mit regionalen Produkten erspart man sich die extremen Transportwege und verringert den CO2-Ausstoß enorm. Dieser beträgt bei regionalen Lebensmitteln nämlich nur rund 230 Gramm CO² pro Kilo. So schützt du ganz einfach die Umwelt.


Allgemein ist der Luftverkehr der größte Verursacher von CO2-Emissionen. Im Vergleich: Der Transport per Schiff verbraucht nur rund 10 % der gesamten CO2-Ausstöße, die bei einem Lufttransport entstehen würden.


  • Verringerung des Wasserverbrauchs durch regionale Produkte

Durch den Kauf von regionalen Lebensmitteln kann der überdimensionale Wasserverbrauch in trockenen Ländern stark verringert werden. Besonders in heißen Ländern mit wenig festen Regenzeiten muss für den Anbau von verschiedenen Gemüse- und Obstsorten enorm viel Wasser eingesetzt werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern sind die klimatischen Bedingungen für die Landwirtschaft in Deutschland recht vorteilhaft. Bei uns fällt mit durchschnittlich 500 bis 1000 Liter Niederschlag pro Quadratmeter im Jahr fast überall genug Regen.


Die Landwirte und Landwirtinnen können dadurch knapp 99 % grünes Wasser nutzen. Somit werden nur rund zwei Prozent der landwirtschaftlichen Flächen bewässert. Als grünes Wasser bezeichnet man grundsätzlich natürlich vorkommendes Boden- und Regenwasser, das von den Pflanzen direkt aufgenommen wird oder verdunstet. Blaues Wasser beschreibt die künstliche Bewässerung von landwirtschaftlichen Produkten. Von diesem verbrauchen die deutschen Landwirte lediglich 1,3 %. Somit hat die Landwirtschaft als Wirtschaftsbereich den geringsten Bedarf an Grund- und Oberflächenwasser.


Global sieht der Wasserverbrauch ganz anders aus. 70 % der Wasserentnahmen werden weltweit für die Landwirtschaft verwendet. Zudem stammen gut 40 % alles Lebensmittel weltweit von bewässerten Flächen, laut der Welternährungsorganisation FAO.


3. Regionales Obst wird reifer geerntet und sorgt so für ein Geschmackserlebnis

Ein weiterer großer Vorteil von regionalen Produkten ist der überzeugende Geschmack. Die regionalen Lebensmittel schmecken definitiv besser und sind qualitativ viel hochwertiger. Dies liegt daran, dass das importierte Obst und Gemüse aus dem Supermarkt viel zu früh geerntet wird. Aufgrund des langen Transportweges können die Bauern die Produkte nicht komplett reifen lassen. Dadurch geht zum einen der Geschmack verloren, aber auch wichtige Nährstoffe und Vitamine. Der Nährstoff- und Vitamingehalt ist im reifen Obst nämlich deutlich höher. Allerdings gibt es auch einige Obst- und Fruchtsorten, die nach der Ernte nachreifen können.

Dazu gehören zum Beispiel Äpfel, Birnen, Bananen, Heidelbeere, Tomaten, Mango oder Pflaumen.

Im Gegenzug reifen Ananas, Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Mandarinen, Auberginen, Granatapfel oder Limetten nicht nach.



4. Bessere Arbeitsbedingungen in der Region

Weltweit sind die Arbeitsbedingungen leider nicht überall so genau festgeschrieben wie bei uns in Deutschland. Erntehelfer aus fernen Ländern arbeiten unter den schlimmsten Bedingungen in ihrem Heimatland. Anders als in den meisten europäischen Ländern und anders als in Deutschland gibt es dort kaum Vorschriften und Arbeitsschutzgesetze. Zwar ist die Erntearbeit auch in Deutschland ein enorm harter Job, dennoch ist hier die Bezahlung deutlich besser als im Ausland. Leider werden jedoch auch ein Deutschland viele Saisonarbeitskräfte aus Rumänien, Polen und Bulgarien unter miserablen Bedingungen beschäftigt. Kleinere Bauern deiner Region arbeiten aber meist gar nicht mit solchen Saisonarbeitskräften zusammen. Oftmals handelt es sich hier eher um die großen landwirtschaftlichen Betriebe.



5. Unabhängigkeit durch regionale Lebensmittel

Durch den Kauf von regionalen Lebensmitteln reduziert sich die Abhängigkeit von internationalen Konzernen. Besonders durch die Corona-Pandemie sowie aktuelle Krisen haben wir alle erfahren, wie wichtig dieser Aspekt für uns ist. So sollte man die Abhängigkeit von globalen Handelsstrukturen also stark verringern, um auch in Krisenzeiten jederzeit frische Lebensmittel zur Verfügung stehen zu haben.



Was solltest du dir also merken?

Die positiven Auswirkungen regionaler Lebensmittel sind enorm und sollten daher beim Einkauf berücksichtigt werden. Zudem ist es doch auch schön zu wissen, woher die Produkte kommen und wie sie hergestellt wurden. Oder nicht?


Falls du noch mehr über das Thema Regionalität erfahren möchtest, kannst du gerne mal hier vorbeischauen. In diesem Artikel geht es darum, was regional überhaupt bedeutet und wie du regionale Produkte erkennst.

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